Kreditkarten

Kreditkartenbetrug – Diese Methoden sollten Sie kennen

Betrugsmethoden bei Kreditkarten
Geschrieben von David A.

Der Kreditkartenbetrug gehört zu den häufigsten Straftaten in Deutschland, wobei sich durch die Digitalisierung die Methoden der Täter ändern. Das Internet dient mehr und mehr als Basis für den Betrug mit Kreditkarte, vor dem sich Karteninhaber eigentlich schützen könnten – Warnungen durch die Geldinstitute und auch durch die Medien gibt es genug. Doch die Betrüger sind auch erfinderisch, sodass immer wieder neue Betrugsmaschen festzustellen sind. Es bleibt nur der pauschale Ratschlag, mit einer Kreditkarte stets sorgsam umzugehen und niemals leichtgläubig ihre Daten herauszugeben.

Betrug durch Kreditkarte in Zahlen

Erfreulicherweise gehen die Fallzahlen bei dieser Form des Betruges zurück. Demnach wurden polizeilich in den letzten Jahren folgende Fallzahlen für Deutschland erfasst:


  • 2010: 3.977 Fälle
  • 2011: 2.651 Fälle
  • 2012: 2.460 Fälle
  • 2013: 2.167 Fälle
  • 2014: 1.787 Fälle
  • 2015: 1.949 Fälle
  • 2016: 1.920 Fälle

Den zurückgehenden Fallzahlen – im Jahr 2008 wurden noch über 9.200 Fälle, im Jahr 2009 noch über 7.900 Fälle erfasst – steht die zunehmende Organisation dieser Art von Kriminalität gegenüber, die große Besorgnisse auslöst. Während in der Vor-Online-Ära eher Einzeltäter unterwegs waren, die Kreditkarten stahlen und dann missbrauchten, sind die modernen Betrüger eher bandenmäßig organisiert und operieren weltweit via Internet. Die Banden haben häufig geografische und ethnische Hintergründe im asiatischen, osteuropäischen und schwarzafrikanischen Raum. Es handelt sich daher um eine sogenannte „importierte Kriminalität“. Die Schadenssummen steigen zudem, worüber die aktuell relativ geringen Fallzahlen nicht hinwegtäuschen dürfen – es werden Millionen erbeutet. Auch das hängt mit der Digitalisierung zusammen, die das Ausspähen im Netz ermöglicht. Teilweise werden pro Monat mehrere Hundert Datensätze allein von deutschen Karteninhabern online abgegriffen, wobei es anschließend nicht immer zum vollendeten Betrug kommt, weil dem modernere Sicherheitsmaßnahmen entgegenstehen.

Methoden beim Kreditkartenbetrug

Es gibt Methoden, die mithilfe physischer (gestohlener oder kopierter) Kreditkarten durchgeführt werden und relativ gut nachvollziehbar sind. Hinzu kommen reine Online-Betrügereien, bei denen der Karteninhaber seine Karte nie aus der Hand gegeben hat und daher sehr perplex ist, wenn er den Betrug feststellt. Beim Betrug mit physischen Karten werden diese entweder komplett entwendet oder an manipulierten Geldautomaten und Lesegeräten ausgelesen – inklusive der Beobachtung der PIN (sogenanntes Skimming). Das geschieht am Geldautomaten durch versteckte Mini-Kameras, falsche Tastaturen oder präparierte Kartenschlitze. An einem manipulierten PoS-Lesegerät lassen sich die Daten des Magnetstreifens erfassen und speichern. Nun nutzen viele stationäre Händler solche Geräte und werden sich hüten, damit ihre Kundschaft zu betrügen. Vorsicht ist aber auf Wochenmärkten geboten, auf denen fliegende Händler diese Bezahlvariante anbieten. Diese Händler sind im Nachhinein kaum zu ermitteln, weshalb niemand auf dem Flohmarkt mit einer Kreditkarte bezahlen sollte. Die Betrugsvarianten im Internet sind sehr vielfältig. Gerade hier erweisen sich die Betrüger als sehr kreativ und erfinden Methoden, auf die ahnungslose Kreditkartenbesitzer nicht ohne Weiteres kommen. Vor dem sogenannten Phishing wird nun schon viele Jahre gewarnt, dieses Vorgehen gilt daher im Jahr 2018 als relativ veraltet (wird aber immer noch versucht). Hierbei schicken die Betrüger gefälschte E-Mails, die angeblich von der Hausbank des Kunden kommen, diesen per Link auf eine täuschend ähnliche Webseite (in der Art seiner Hausbank) lotsen und dort die Eingabe des Zugangscodes, der PIN und einer TAN verlangen, was Banken niemals tun würden (und darauf auf ihren Webseiten auch hinweisen). Mit diesen Daten lässt sich dann eine Überweisung vom Konto des Kunden durchführen. Die meisten Kunden haben ein Limit von 10.000 Euro täglich, so hoch könnte der Schaden bei entsprechender Kontodeckung ausfallen. Seit einigen Jahren hat sich mit der Zunahme des Online-Handels eine neue Betrugsvariante etabliert, die auf die Gier von manchen Verbrauchern abzielt. Betrügerische Online-Shops offerieren extrem günstige Markenware, manche Menschen können solchen Angeboten nicht widerstehen. Sie bestellen und bezahlen per Kreditkarte, doch anschließend erhalten sie keinen Artikel, während das Geld von ihrem Konto abgebucht wurde. Diese Art des Betruges zielt ebenso wie das Phishing auf die Ahnungslosigkeit oder Gier von Verbrauchern, die durch freiwillige Handlungen den Betrug erst ermöglichen. Es gibt aber auch einen rein technischen Betrug durch das Einschleusen eines Trojaners auf die Festplatte des Nutzers, der Daten ausliest. Auch der Zugriff auf die E-Mail-Korrespondenz von Nutzern ist häufig möglich. Des Weiteren greifen Hacker große Handelsketten an, welche die Kreditkartendaten ihrer Kunden speichern, solche Fälle wurden aus den USA bekannt. Dabei wurden Millionen von Datensätzen abgegriffen. Anschließend buchten die Betrüger über ein Bot-Netz Kleinstbeträge im ein- bis zweistelligen Dollarbereich von den Konten der Kunden ab, die das manchmal gar nicht registrierten. Auch ist es möglich, Verzögerungen bei der Datenverarbeitung von Geldtransfers betrügerisch auszunutzen. Solche Verzögerungen ergeben sich bei grenzüberschreitenden Transaktionen. Die Betrüger stehlen zunächst eine große Menge von Datensätzen inklusive PIN von Karteninhabern eines Landes oder Kontinents und heben dann am anderen Ende der Welt in einer anderen Zeitzone massiv Geld mit den gestohlenen Karten ab – in nur wenigen Stunden. Die Banken und Kunden der gestohlenen Kartendaten merken diesen Betrug mit Kreditkarte erst am nächsten Arbeitstag und reagieren erst dann mit Kartensperrungen – so geschehen im Mai 2016 mit südafrikanischen Kreditkarten, die von Tokio aus geplündert wurden. Der Gesamtschaden betrug 12,7 Millionen US-Dollar.

Kreditkartenbetrug durch Fälschung

Kreditkarten-Herausgeber vergeben in der Regel aufsteigende Kreditkartennummern. Wenn ein Täter eine Karte mit Verfalldatum stiehlt, kann er die auf diese Kreditkartennummer folgende Kartennummer mit dem öffentlich bekannten Luhn-Algorithmus nach ISO/IEC 7812-1 berechnen. Es gibt auch Kreditkartennummern-Generatoren, welche die Brute-Force-Berechnungsmethode anwenden. Solche Betrugsmethoden verlangen ein gewisses Know-how und Equipment, über das organisierte kriminelle Banden durchaus verfügen.

Vorbeugung gegen Kreditkartenbetrug

Es gibt durchaus vorbeugende Maßnahmen gegen einen Kreditkartenbetrug. Dazu gehören folgende Verhaltensweisen:

  • Lassen Sie Ihre Kreditkarte nicht aus den Augen. Verwahren Sie diese immer an derselben Stelle und überprüfen Sie gelegentlich, dass sie dort noch aufzufinden ist.
  • Bewahren Sie nicht PIN und Kreditkarte am selben Ort auf. Für die meisten Kreditkarten können Sie selbst eine PIN festlegen. Denken Sie sich eine mit einem bestimmten Bezug aus, aber nicht Ihrem Geburtsdatum oder dem von Angehörigen, sondern vielleicht mit dem Datum Ihres ersten Dates mit dem gegenwärtigen Lebenspartner, das kaum jemand kennt. Verraten Sie diesen Trick aber nicht dem Lebenspartner. Wenn Sie einen neuen Partner wählen, ändern Sie die PIN wieder. Merken Sie sich auf diese Weise Ihre PIN. Sie sollte eigentlich nirgendwo aufgeschrieben werden.
  • Geben Sie niemals per Mail eine PIN und/oder TAN heraus. Ihre Bank fordert Sie niemals dazu auf. Wenn Sie jemand auf eine Webseite lotst, die wie die Ihrer Bank aussieht, melden Sie diesen Betrugsversuch Ihrer Bank und den Behörden.
  • Geben Sie am Automaten und beim Bezahlen Ihre PIN immer verdeckt ein.
  • Kaufen Sie nicht auf Webseiten, die unsinnige Schnäppchenpreise für Markenartikel offerieren.
  • Bezahlen Sie nicht auf dem Flohmarkt mit einer Kreditkarte.
  • Geben Sie niemals dem Kellner Ihre Kreditkarte mit. Diese Unsitte wird zwar sogar in Hollywoodfilmen vorgeführt und sieht schick aus, ist aber grober Unfug. Ein betrügerischer Mitarbeiter wird im Back heimlich Ihre Kartendaten kopieren. Das merkt nicht einmal der Kellner.
  • Sichern Sie Ihren PC mit Antivirensoftware und nutzen Sie ein eigenes Gerät nur für Banktransaktionen um die Sicherheit noch einmal zu erhöhen.

Wenn Sie diese Hinweise beherzigen, dürften Sie von einem Kreditkartenbetrug kaum jemals betroffen sein. Falls doch müssen Sie ihre Kreditkarte unverzüglich sperren lassen.


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