Kreditkarten

Kreditkarte ohne Kredit – Prepaid ist die Lösung

Kreditkarte ohne Kredit
Geschrieben von Ruben W.

In der heutigen Zeit ist die Kreditkarte ein ebenso hilfreiches wie notwendiges Zahlungsmittel. Kreditkartenzahlungen werden im Einzelhandel am Ort, im Versand- sowie im Onlinehandel nicht nur ausdrücklich begrüßt; sie sind oftmals die einzige Möglichkeit, um einen Warenkauf im Voraus zu bezahlen, oder um die Reservierung eines Hotelzimmers beziehungsweise Mietwagens verbindlich bestätigt zu bekommen. Wie das Wort ausdrückt, handelt es sich um eine Karte zum Bezahlen mit einem dazugehörigen Kredit. Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Kreditkarte komplett losgelöst vom Girokonto des Karteninhabers. Mit Kartenherausgebern wie American Express, wie Diners Club, MasterCard oder Visa wurden separate Verträge für die Kreditkarte sowie für den Kartenkredit abgeschlossen. Das Girokonto diente als Referenzkonto für die monatliche Kreditkartenabrechnung. Dieser Kartenkredit war und ist auch heute noch für den Kartenanbieter ein gewisses finanzielles Risiko. Um das möglichst auf null zu minimieren, wird wie bei anderen Darlehen oder bei Ratenverträgen auch die Bonität des Antragstellers geprüft. Das geschieht in den meisten Fällen mit dem Schufa-Score. Er ist die zahlenmäßige Zusammenfassung aller Eintragungen über den Verbraucher in einer Datenbank der privaten Wirtschaftsauskunftei „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“, kurz Schufa. Der Score wird in Prozentpunkten ausgedrückt. Je näher der Scorewert an die Bestmarke von 100 Prozent heranreicht, umso besser ist die Kreditwürdigkeit des Betroffenen. Umgekehrt ist ein schwacher, ein niedriger oder schlechter Score gleichbedeutend mit mangelnder Bonität. Der Anbieter einer Kreditkarte mit Kartenkredit bewertet in diesem Fall sein finanzielles Risiko als unvertretbar hoch und lehnt den Kreditkartenantrag ab. Ausschließlich wegen des Junktims Karte + Kredit gerät der Antragsteller in die Bredouille. Beim Loskoppeln eins vom andern wäre die Situation ganz anders.

Kreditkarte Ja – Kartenkredit Nein

Die Alternative ist eine Kreditkarte ohne Kartenkredit. Sie wird heutzutage sowohl von Sparkassen und Banken als auch von in- und ausländischen Unternehmen angeboten. Die sind keine Kreditinstitute, sondern Kreditkartenanbieter. Das hat zur Folge, dass es sich bei dem Angebot um eine Kreditkarte ohne, also ganz unabhängig von einem Girokonto handelt. Viele Banken und Sparkassen schnüren, wie es genannt wird, ein Gesamtpaket bestehend aus Girokonto, Girokarte, Kreditkarte und einem kombinierten Dispo-/Kartenkredit. Die Kreditkarte ohne Kartenkredit wird Prepaid-Karte genannt. Das englische prepaid heißt zu Deutsch im Voraus gezahlt oder Vorauszahlung. Die Prepaid-Kreditkarte bedeutet als Karte ohne Kredit kein finanzielles Risiko für den Kartenanbieter. Sie ist nur solange nutzbar, wie das Kartenkonto ein Guthaben ausweist. Ist das nicht mehr der Fall, wird keine Kreditkartenzahlung angenommen und auch kein Bargeld am Geldautomaten ausgezahlt. Die Prepaid-Karte ist eine in jeder Hinsicht funktionsfähige Kreditkarte. Hier ist der Verfügungsrahmen ein Guthabensaldo, bei der Kreditkarte mit Kartenkredit die bewilligte Kreditsumme. Wenn die als Sollsaldo ausgeschöpft ist, dann ist die Kreditkarte ebenfalls nicht mehr nutzbar. Mit einem Satz gesagt: Bei der Kreditkarte mit Kartenkredit wird mit einem Kredit gearbeitet, bei der Prepaid-Karte mit einem vom Karteninhaber eingezahlten Guthaben. Ohne finanzielles Risiko besteht für den Kartenanbieter kein Anlass, die Bonität des Antragstellers zu prüfen oder zu bewerten. Da die Prepaid-Karte keinen Vertrag mit finanzieller Auswirkung darstellt, wird sie auch nicht in die Schufa-Datenbank eingetragen. Insofern wird von einer Kreditkarte ohne Schufa gesprochen.

Kreditkarte ohne Kartenkredit – Ziel erreicht

Wenn dem Antragsteller ausschließlich oder ganz überwiegend nur an einer Kreditkarte gelegen ist, dann handelt es sich bei der Prepaid-Karte um die passende Lösung. Abgesehen davon, dass sie mittlerweile ebenfalls kostenlos oder sehr kostengünstig angeboten wird, hat sie noch einige weitere Vorteile gegenüber der Karte mit Kredit.

• Niemand außer dem Kartenanbieter und dem Karteninhaber erfährt von der Prepaid-Kreditkarte. Das kann aus privaten bis hin zu diskreten Gründen so nützlich wie ausdrücklich gewünscht sein

• Der Karteninhaber entscheidet über die Höhe des Guthabens auf dem Kreditkartenkonto. Das kann, abhängig vom Kartenanbieter, auch als verzinsbares Tagesgeldkonto genutzt werden

• Umgekehrt begrenzt der Karteninhaber durch das Guthaben auf dem Kartenkonto das Risiko für den Fall des Kartenmissbrauchs. Beim Kartenkredit mit einem feststehenden Verfügungsrahmen ist das so nicht möglich

• Eine Prepaid-Kreditkarte ist meistens die Alternative zu der mangels Bonität abgelehnten Kreditkarte mit Kartenkredit, sie muss es aber nicht sein

• Für den Zahlungsempfänger besteht kein Unterschied zwischen Kreditkarte mit Kredit und Prepaid-Karte, ebenso wenig wie am Geldautomaten in In- oder Ausland

• Bei einem Kombiantrag Kreditkarte + Kartenkredit ist von der Ablehnung immer beides betroffen. Die Prepaid-Karte ist ein ganz eigenes Kreditkartenangebot, das von Beginn an auch als solches beantragt werden muss

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