Kreditkarten

Curve Kreditkarte – Eine Analyse

Curve
Geschrieben von David A.

Das britische FinTech Curve hat eine „Meta-Kreditkarte“ entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Debitkarte, die alle Karten eines Anwenders miteinander verbinden soll. Wir haben uns das Angebot genauer angesehen und erklären, was Curve kostet und ob es sich lohnt.

Die Curve Kreditkarte: Leistungen und Kosten  

Es gibt zwei Kartenmodelle: Curve Blue und Curve Black. Beide Karten unterstützen sowohl VISA als auch Mastercard. American Express, Diners Club und auch deutsche Girokarten werden nicht unterstützt.

Das Prinzip der Curve Kreditkarte: Karteninhaber hinterlegen in der App alle ihre Kreditkarten. Anschließend wird mit der Curve Kreditkarte bezahlt. Dabei wird eine der in der App registrierten Karten ausgewählt. Die Curve Karte bezahlt den Zahlbetrag und belastet diesen automatisch der ausgewählten anderen Kreditkarte. Welche andere Karte dabei belastet wird, kann sogar rückwirkend geändert werden (Back in Time Prinzip). Die Back In Time Funktion gibt es bei beiden Kartenmodellen für 1.000 GBP alle 14 Tage.

Zahlungen mit der Curve Karte sind online und im stationären Handel möglich. Auch Barverfügungen am Geldautomaten sind mit der Karte möglich.

Eine Mindestvertragslaufzeit gibt es ebenso nicht wie eine Bonitätsprüfung. Allerdings stellen die Karten auch keinerlei Kreditrahmen zur Verfügung. Es gibt weder eine Ratenzahlungsoption noch eine monatliche Sammelrechnung.

Curve Blue

Curve Blue ist nicht mit einer monatlichen Gebühr verbunden. Die Karte ermöglicht bis zu einem monatlichen Umsatz in Höhe von 500 GBP kostenlose Kartenzahlungen in 200+ Währungen zum Interbankenwechselkurs. Barverfügungen sind bis 200 GBP pro Monat kostenlos möglich. Danach beträgt die Gebühr 2 % bzw. 2 GBP. Karteninhaber erhalten bei drei (durch Curve ausgewählten) Händlern einen 1 % Instant Cashback. Im Fall der Curve Blue handelt es sich dabei um ein Einführungsangebot für die ersten drei Monate.

Curve Black

Curve Black ist das kostenpflichtige Modell. Die monatliche Grundgebühr beträgt 9,99 EUR. Dafür gibt es einen erweiterten Leistungskatalog. Gebührenfreie Kartenzahlungen in Fremdwährung zum Interbankenwechselkurs sind unlimitiert möglich. Kostenlose Barverfügungen am ATM gibt es bis 400 GBP pro Monat. Für den 1 % Instant Cashback können Karteninhaber drei Händler ihrer Wahl festlegen. Zusätzlich gibt es bei der Curve Black eine Reiseversicherung und eine Versicherung für elektronische Gadgets der AXA.

Wie steht es um den Kundenservice?

Der Kundenservice ist via E-Mail erreichbar. Auf deutschsprachige Kundenbetreuer sollten sich Karteninhaber bei dem Londoner Unternehmen nicht verlassen. Es gibt einen großen FAQ Bereich und eine Community. Außerdem ist das FinTech in den sozialen Netzwerken vertreten.

So funktioniert die Kontoeröffnung

Zur Kontoeröffnung wird zunächst die Curve App installiert. Diese gibt es für iOS und Android. In der Android Version umfasst die Anwendung gut 90 MB, Download und Installation dauern weniger als 1 Minute. Das Anlegen eines Kontos ist dann wahlweise mit Google Account oder via E-Mail möglich. Die E-Mail landete zunächst im SPAM Verdacht. Nach einem Klick auf den Bestätigungslink werden Name, Geburtsdatum und Adresse angegeben. Danach wird die Rechtsform ausgewählt, bevor schließlich die Wahl für eines der beiden Kartenmodelle erfolgt. Die Daten werden danach noch einmal bestätigt.  Danach können bereits andere Kreditkarten zu dem Konto hinzugefügt werden.

Benutzeroberfläche und Funktionen im Onlinebanking

Die Benutzeroberfläche der App ist übersichtlich. Anwender sehen getätigte Transaktionen und die jeweils zugeordnete Karte. Es können neue Karten hinterlegt und als Zahlungsmittel festgelegt werden. Die App sendet bei jeder Transaktion eine Nachricht. Außerdem ist es möglich, die Karte mit einem Klick zu sperren. Diese Sperrung betrifft dann ausschließlich die Curve Kreditkarte und nicht die angebundenen Karten.

Was ist Curve? Ein Kurzportrait

Curve ist ein Angebot der Curve1 Limited mit Sitz in London. Zusätzlich gibt es eine Niederlassung/Betriebsstätte in Irland. Dies könnte im Hinblick auf den Brexit relevant werden. Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 gegründet und startete im Jahr 2016 mit der ersten Beta-Version. Im Jahr 2018 startete das Angebot in Großbritannien und weiteren Ländern.

Curve finanziert sich in erheblichem Maße über Crowdfunding Plattformen. Die letzte Finanzierungsrunde fand am 03. September auf der Plattform Crowdcube statt. Nach Unternehmensangaben auf der Facebook Seite wurden dabei 6 Mio. GBP akquiriert – 1 Mio. GBP davon in vier Minuten und 4 Mio. GBP in 45 Minuten.

Schwachpunkte und Kritik an der Bank

Im Apple Store wurde die Curve App mehr als 200-mal durch Nutzer bewertet. Die durchschnittliche Bewertung fiel dabei mit 4,4 von 5 Sternen recht gut aus. Einige Nutzer merken jedoch einen potenziellen Schwachpunkt an: Bei Zahlungen erscheint aus Sicht des Zahlungsempfängers nicht die eigentlich belastete Karte, sondern die Curve Karte. Diese ist als Debitcard konzipiert und könnte deshalb bei Hotels und Mietwagenbuchungen abgelehnt werden, meinen einige Nutzer.

Unsere Erfahrungen sind anders und wir gehen davon aus, dass dieses Problem nicht auftreten sollte. Der Grund: Hotels und Mietwagenunternehmen belasten tatsächlich oft neben dem sichtbaren Zahlbetrag auch einen zusätzlichen Betrag als Sicherheitsleistung. Diesen können de Curve Karten jedoch ebenfalls bei den eigentlichen Karten vormerken und ggf. im Nachgang abbuchen.

Fazit: Für wen eignet sich die Curve Kreditkarte?

Curve ist für Selbstständige oder Privatpersonen praktisch, die eine größere Zahl von Kreditkarten nutzen und deshalb eine praktische Lösung mit mehr Überblick und weniger Risiko wünschen. Dies kann z. B. aufgrund von hohen Einstufungen in Bonus- und Rabattprogrammen von bestimmten Kreditkarten der Fall sein. Abgesehen davon bietet Curve nur einen überschaubaren Mehrwert, weil damit kein anderes Produkt ersetzt wird. Der Einsatz der Karte selbst ist zwar überwiegend kostenlos – die Entgelte der anderen Karten fallen dennoch an. Weiterhin gibt es Möglichkeit, Cashback für Transaktionen bei einigen Unternehmen zu erhalten. Eine Funktion mit Deutschen Girocards bzw. EC-Karten ist natürlich nicht möglich.

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